Geschichte des KJSW München e.V.

Mit dem Ziel der Fürsorge gegenüber Lehrlingen in der bayerischen Landeshauptstadt München wurde das Katholische Jugendsozialwerk 1885 als Verein für Lehrlingsschutz u.a. von Johann Nepomuk Werner, einem Priester der Münchner Pfarrei St. Peter, gegründet.

Wie viele weitere Einrichtungen der Sozial- und Wohlfahrtspflege erfuhr auch der Verein für Lehrlingsschutz mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten tiefe Einschnitte. Im Jahr 1933 wurde der amtierende Vorsitzende des Vereins, der Priester und Religionslehrer

Wilhelm Bleyer, von der nationalsozialistischen Regierung abgesetzt und erst auf Intervention des Jugendamtes wieder in seinem Amt bestätigt. Wilhelm Bleyer führte den Verein in der schwierigen Zeit der nationalsozialistischen Diktatur und während des zweiten Weltkrieges. Er behielt den Vorsitz des Vereins noch bis in das Jahr 1979. Nach dem Ende des Krieges und dem beginnenden Wiederaufbau der vom Krieg schwer betroffenen Stadt München begann auch der Verein für Lehrlingsschutz mit der Wiederinstandsetzung der zum Teil stark beschädigten Lehrlingswohnheime. Die Zeit des Wiederaufbaus sowie die drei folgenden Nachkriegsjahrzehnte wurden vom Verein zur Erweiterung des Wohnangebotes für junge Menschen genutzt. Die bereits in München bestehenden Einrichtungen wurden erweitert, neue Jugendwohnheime in Rosenheim, Landshut und Straubing gebaut. In den 80er Jahren erhöhte der Verein zudem sein Engagement im Rahmen der Hilfe für jugendliche Spätaussiedler und Flüchtlinge.

Bereits Ende der 60er Jahre erweiterte der Verein sein Engagement in sozialen Aufgabenfeldern und eröffnete 1969 in München-Pasing in der Wohnanlage eines ehemaligen Lehrlingsheimes ein Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung. Um das Angebotsspektrum auch im weiteren bayerischen Raum zu erhöhen schuf der Verein in den 70er Jahren, im Gegensatz zur eigentlichen Kernaufgabe „Jugendhilfe und Jugendwohnen", ein Altenheim sowie ein Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung in Rosenheim. Insbesondere die Arbeit in der stationären und ambulanten Behindertenhilfe in Rosenheim wurde vom Verein, der sich aufgrund seiner wachsenden Angebotspalette in unterschiedlichen Bereichen der sozialen Arbeit 1985 in „Katholisches Jugendsozialwerk München e.V." umbenannte, weiter ausgebaut.

Mit der Eröffnung eines Kindergartens in Straubing in den frühen 90er Jahren wurden die Angebote des Vereins auch auf den Bereich der Kinderbetreuung erweitert.

Das Angebot an stationären Wohnheimplätzen in der Behindertenhilfe, die sich im Laufe der Jahre zu einem wesentlichen Pfeiler im Leistungsspektrum des Vereines entwickelte, wurde im bayerischen Raum nochmals durch ein Wohnheim für Menschen mit einer vorwiegend psychischen Behinderung in Vaterstetten 1996 ausgebaut.

 

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